Weihnachten einmal sportlich

Vom Wiener Fussball-Helden, über den legendären Piz Buin bis zu Doping - Bücher, die Sie unter den Baum legen können


BUCHEMPFEHLUNGEN: JOHANN SKOCEK
Stadtleben | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Leo Schidrowitz ist quasi der Herodot des österreichischen Fußballs. Heute ist er wie sein unsportlicher griechischer Vorgänger vergessen, doch seine "Geschichte des Fußballsports in Österreich" (1951) gilt als Steinbruch für Anekdoten und Themen des beliebtesten Volkssports. Er erlebte als Jude, wie der in der Ära des Bürgermeisters Karl Lueger in Wien zu einer politischen Richtung gemachte Antisemitismus auch noch im Roten Wien der Zwischenkriegszeit spürbar war.

Selbst hat Schidrowitz (1894-1956) sein Judentum nie zum Thema gemacht, doch Heimito von Doderer hat ihn in seinem 1956 erschienenen Roman "Die Dämonen" wenig verklausuliert und mithilfe eines Bündels kaum verhüllter antisemitischer Klischees als "Direktor Szindrowits", Leiter des Verlags "Pornberger & Graff", porträtiert.

Im wahren Leben war der langjährige "Propagandareferent" des Österreichischen Fußballbundes nicht nur ein Mann mit verschiedenen Identitäten - vom Wiener Juden zum Funktionär des vorstädtisch-proletarischen

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