Musiktheater Kritiken

Homosexuelle Außenseiter, das Böse und der Mob

Lexikon | HR | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Die berühmten Sea-Interludes verwendet Christof Loy, der das Geschehen in "Peter Grimes" abgesehen von einem Bett ohne Kulissen inszeniert, zur Verdeutlichung der Seelenzustände der Protagonisten. Nicht nur Grimes, auch sein "Freund" Kapitän Balstrode und der neue Gehilfe John, dargestellt von einem jungen Tänzer, sind homosexuell, Freundin Ellen vielleicht lesbisch. Alle anderen bilden die Dorfgemeinschaft, die zum Lynchmob wird. Brittens erste große Oper birgt eine erstaunliche Fülle genialer Musikcharakterisierungen und Cornelius Meister gelingen mit dem ORF-Orchester, den Solisten und dem Arnold Schoenberg Chor damit die genau richtigen Balancen. Peter Kaiser, aber auch Andrew-Foster Williams, nicht zu vergessen Hanna Schwarz als Pub-Auntie und Agneta Eichenholz als Lehrerin Ellen machen daraus einen großen Abend.

Theater an der Wien, So, Di 19.00


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