Kunst Kritiken

Wer pflückt die Dollars aus den Stillleben?

Lexikon | NS | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Die deutsche Fotografin Annette Kelm, Jahrgang 1975, hat den diesjährigen Preis der Zeitschrift Camera Austria erhalten. Ihre hintersinnigen Arbeiten werden derzeit auch in der Galerie Meyer Kainer gezeigt. Kelms Sujets stammen größtenteils aus dem Wohnraum, zeigen etwa verblühte Blumengestecke vor Tapeten, alte Vasen oder einen Korbstuhl; gleichzeitig erscheinen die Objekte höchst artifiziell und verraten im Titel immer wieder technische Details. So etwa das dreimal aufgenommene Motiv "Home Home Home" je mit "Flashlight","Window" oder "Daylight". Aber warum steckt Kelm Dollarnoten in das Schilf oder die Äste ihrer Stillleben? Die sachlichen Fotos locken an, sperren sich aber gründlich gegen eindeutige Aussagen.

Galerie Meyer Kainer, bis 30.12.


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