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Die Realität ist im Volkstheater angekommen: Westliche Befindlichkeiten treffen in Yael Ronens fabelhafter Komödie "Lost &Found" auf einen irakischen Flüchtling

Feuilleton | Theaterkritik: Sara Schausberger | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Eigentlich hätte das Stück "Lost and Found" anders werden sollen. Die Proben für die Volkstheater-Produktion waren schon in vollem Gange, als die Regisseurin Yael Ronen ein E-Mail von der Volkstheater-Schauspielerin Seyneb Saleh bekam, in dem sie erzählte, dass ihr aus dem Irak geflohener Cousin vor ein paar Tagen plötzlich in Wien aufgetaucht sei.

Saleh war an "Lost and Found" selbst zwar nicht beteiligt, dachte aber, dass Ronen sich für die Geschichte interessieren könnte. Die Regisseurin, deren Bühnenerfolg "Hakoah Wien" seit diesem Herbst auf dem Spielplan des Volkstheaters steht, beginnt ihre Produktionen stets mit einem einfachen Grundgerüst. Während der Proben entwickelt sie mit den Schauspielern dann das fertige Stück. Das Überthema von "Lost & Found" ist die Flüchtlingskrise. Die Realität überholte die Stückentwicklung, die Krise drang bis ins Theater vor.

Trotz des ernsten Themas ist "Lost and Found" eine durch und durch gelungene Komödie, ein tolles Stück für


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