"Der Herrgott is net schuld, weil den gibt's net"

Kurt Girk ist einer der wichtigsten Wienerlied-Interpreten. Nun ist ein Buch über sein ereignisreiches Leben erschienen

Feuilleton | Porträt: Stefanie Panzenböck | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Das Schutzhaus Waidäcker in Ottakring ist bis zum letzten Platz gefüllt. Ein schmaler alter Mann mit zerfurchtem Gesicht und strahlendem Lächeln, in feinem Anzug und mit Siegelring, steht auf einer kleinen Bühne. Er singt vom "Zauber der Vorstadt" oder "A Liad für d'Roserl", ein Stück für seine Mutter, die ihn und seine Geschwister durch die schweren Kriegsjahre gebracht hat. Es ist eines der wenigen Lieder, die er selbst geschrieben hat. Seine Armbewegungen sind weit und einladend, er scheint das Publikum an sich zu drücken und es liebt ihn dafür, schon seit vielen Jahrzehnten.

Der Wienerlied-Sänger Kurt Girk, mittlerweile 84 Jahre alt, ist der "Frank Sinatra von Ottakring". Den Namen hat ihm vor vielen Jahren ein Journalist gegeben und er ist ihm geblieben. Sein ganzes Leben hat er hier im 16. Wiener Gemeindebezirk verbracht, eine Zeitlang in der Nähe des Brunnenmarktes, mittlerweile wohnt er mit seiner zweiten Frau Riki in Sandleiten. Wenn ein auf Untertreibung beruhendes Musikgenre


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