Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Erzbräu

Ein Topbier von der Eisenstraße und ein kleiner Jahresrückblick

Stadtleben | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Manchmal bekommt man ungewöhnlich gute Dinge an Orten, an denen man sie nicht erwartet hätte. In einem ehemals spanischen Restaurant im siebenten Bezirk beispielsweise, wo nun ausgesprochen gute Pizzen neapolitanischer Machart fabriziert werden, findet man neuerdings ein feines Bier: das Erzbräu. Es ist nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Eisenerz (das Eisenerzer Bräu gilt es noch zu entdecken), sondern aus dem niederösterreichischen Gaming, das an der sogenannten "Eisenstraße" gelegen ist.

Das Sortiment des mit biologischen Zutaten arbeitenden Betriebs Bruckner ist gar nicht klein. Man hat außer den vier Standardbieren noch acht weitere Spezialbiere: "Schwarzer Graf" sticht hervor. Es ist ein unfiltriertes und unpasteurisiertes Bier aus drei Malz-und zwei Hopfensorten. Die Lagerung wird zwar dadurch nicht einfacher, weil es ständig gekühlt werden muss - auf den vollen und erfrischenden Geschmack wirkt sich das positiv aus. Es ist erstaunlich, dass die International Bitterness Units relativ niedrig sind (20 IBU), es wirkt deutlich bitterer.

Und so kommt man am Ende des Jahres hierorts zum Schluss, dass der untergärige "Schwarze Graf" doch eines der besten 2015 zu sich genommenen alkoholischen Getränke ist. Dicht gefolgt von den vielen guten India Pale Ales, die verkostet wurden, wobei das Snake Dog IPA geschmacklich und designmäßig hervorragte. Im nichtalkoholischen Bereich ist der Eistee Kaluko von Ludwig und Adele einsame Klasse. Prost! MS


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige