Wien, wo es isst Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Am Tabor - zwischen Nord und Nordwest


LOKALAUGENSCHEIN: FLORIAN HOLZER

Stadtleben | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Es gibt weichere Pflaster als den Tabor und das Alliiertenviertel. Die Chronologie -Befestigung, zweitgrößter (und sinnloser) Kopfbahnhof Wiens, Ort von zwei Attentaten, Ort der Ausstellung "Der ewige Jude", Bombenteppich, Frachtenbahnhof -war dem Feng Shui der Gegend nicht gerade zuträglich. Dass es früher hier Geschäftsstraßen, so belebt wie die Mariahilfer Straße, gegeben hätte, erfährt man und kann sich das anhand der noch zu erkennenden Pracht mancher Häuser auch vorstellen. Ist aber lange her.

Der Böhme im Norden

Derzeit ist die Gegend Pionierland. Irgendwann wird hier ein neuer Stadtteil entstehen, vielleicht schafft es der alte bis dahin noch, lebendig zu werden. Einzelne Anzeichen gäbe es ja, das unendlich großartige Gasthaus Am Nordpol 3 zum Beispiel. 2002 vom Künstler und begnadeten böhmischen Koch Vratislav Krivák aus einem wirklich schon extrem maroden, windschiefen Wirtshaus gemacht, wurde das Lokal bald Pilgerstätte für Freunde des tschechischen Bieres und

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