#fiftyshadesofaslan und #busenvonhinten: Die Attacken auf Ednan Aslan

Politik | FK | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Wenn es um den Islam geht, wird zu Recht vor Stereotypen und Hetze (siehe Text oben) gewarnt und Respekt eingemahnt. Wie dieser Respekt aussieht, wenn die Islamische Glaubensgemeinschaft kritisiert wird, konnte man letzte Woche in den Social Media erleben. Der Falter veröffentlichte ein Interview mit dem Religionspädagogen Ednan Aslan. Darin übte er nicht nur heftige Kritik an radikalen Islamisten, sondern er schilderte auch eine sehr persönliche Geschichte über sein Hadern mit dem strafenden Gott. Aslan erzählte, dass er streng erzogen worden war und bei einem Studienaufenthalt in Deutschland von einer Frau von hinten umarmt wurde und dabei den Busen der Kommilitonin gespürt habe.

Die Begegnung mit einer Frau habe ihn irritiert, aber er habe sie nicht mehr als sündig empfunden. Auf Facebook wurde Aslan danach von Islamfunktionären zum Macho stilisiert. Einige Aktivisten, die gerne die Opferrolle beschwören, und Mitglieder der Türkenpartei "Gemeinsam für Wien" verspotteten den Universitätsprofessor mit Karikaturen und Anspielungen ("Busen von hinten, Kurz von vorne"). Sie unterstellten dem "Hausmoslem" der ÖVP, "ein bisschen geil" geworden zu sein. Gelikt wurden Beiträge dieser Art im Netz nicht nur von deklarierten Muslimbrüdern, sondern auch von SPÖ-Gemeinderäten und Aktivisten der Muslimischen Jugend. Den Falter bezeichneten sie als "rassistisch" und "islamophob".


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