MENSCH DES JAHRES 2015

"Ich bin glücklich, richtig glücklich"

Ein junger Afghane,alleinstehend, voller Hoffnungen: Shazad R. ist erst 15 und flüchtete von Kabul bis Simmering. Fast wäre er erfroren, dann traf er auf einen Wiener Lehrer. Für uns ist der Bursche der

Politik | PROTOKOLL: FLORIAN KLENK | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015


Illustration: Bianca Tschaikner

Illustration: Bianca Tschaikner

Ich wurde im Jahr 2000 in einem kleinen Dorf nahe Kabul geboren, vor dem Ausbruch des Krieges, vor den Anschlägen des 11. September. Wir waren zunächst eine ganz normale Familie. Mein Vater wurde jedoch von den Taliban ermordet und meine Mutter stand mit uns alleine da. Sie knüpfte in unserem Haus Teppiche und sechs Frauen halfen ihr. Ein Mann brachte die Teppiche dann nach Pakistan und verkaufte sie. Wir hatten auch Tiere, die ich als Kind fütterte.

Wir führten ein bescheidenes Leben. Die Taliban hatten das Land im Griff, aber die meisten Leute hatten wenig mit ihnen zu tun, die Leute leben in ihren Stämmen. Und wir alle hatten aber zu akzeptieren, was die Mullahs uns befahlen. Wir hassten die Mullahs, weil sie nur an sich dachten, weil sie ihren eigenen Gott hatten, der mit Allah nichts zu tun hat. Der Islam ist für mich eine Religion des Friedens und der Liebe, die Mullahs jedoch pervertieren den Islam.


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