Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Filialen, Türme, Shoppingcenter - Ausverkauf bei Bank Austria

Politik | Josef Redl | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Die Suche nach einem Käufer gestaltete sich schwierig. Verständlich, für Donautürme gibt es einen eher überschaubaren Markt. Zumal die Bank Austria überdies nach eigenen Angaben nach einem "integren Käufer" suchte. Das sollte wohl heißen: Jemand, der das Wahrzeichen weiter für Besucher zugänglich macht.

Vergangene Woche wurde ein solcherart integrer Käufer gefunden, eigentlich eine Käufergruppe. Busunternehmer Paul Blaguss hat mit mehreren Partnern, darunter der Passage-Betreiber Matthias Kamp, die 252 Meter hohe Aussichtsimmobilie erworben. Über den Kaufpreis wurde - wie man so schön sagt - Stillschweigen vereinbart.

Das Stillschweigen gehört zum guten (und leisen) Ton bei einer Transaktion. Daher schweigt die Bank Austria auch, was den zweiten prominenten Immobilienverkauf betrifft. Die Kartellbehörde, die bei derart großen Transaktionen routinemäßig eingeschaltet wird, genehmigte vergangene Woche den bereits im Oktober unterschriebenen Verkauf der "Mall" in Wien-Mitte.

Das 35.000 Quadratmeter große Shoppingcenter geht an ein Konsortium rund um die Investmentbank Morgan Stanley. Das Geschäft soll der teuerste Immobilienverkauf sein, der je in Wien abgeschlossen wurde. Der Kaufpreis soll bei 500 Millionen Euro liegen. Die Bank Austria trennt sich seit Anfang 2015 von ihrem umfangreichen Immobilienbestand. In einer zweiten Phase sollen auch Beteiligungen an Gesellschaften wie dem Immobilienentwickler BAI oder dem gemeinnützigen Wohnbauträger Neue Heimat versilbert werden.

Aber auch im klassischen Kerngeschäft der Bank gibt es einen Kahlschlag. Die Mailänder Zentrale der Bank-Austria-Konzernmutter UniCredit hat einen harten Sparkurs ausgegeben. Die ursprünglich verfolgte Idee, den gesamten (nicht profitablen) Privatkundenbereich in Österreich zu verkaufen, ist vom Tisch. Dafür soll mehr als ein Drittel der 190 Bank-Austria-Filialen geschlossen werden.


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