Modisch geht die Welt zugrunde

Die "Fast Fashion"-Industry treibt die Konsumenten vor sich her. Eine Ausstellung liefert nun subversive Ansätze, den Spieß umzudrehen

Feuilleton | Bericht: Nicole Scheyerer | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Die Näherin Amalie Ryba war erst 17 Jahre alt und noch kein Gewerkschaftsmitglied, als sie ihre Kolleginnen zum ersten Frauenstreik Österreichs aufrief. Die Zustände in den Textilfabriken um 1900 waren elend. "Zwölf bis 13 Stunden täglich in Räumen arbeiten, wo manchmal bis zu 54 Grad herrschten, oder in der Bleicherei, die von Chlorgestank erfüllt war, oder in der Färberei, wo auch liebliche Düfte das Atmen zu einer Qual machen", beschrieb die Frauenrechtlerin später die Wiener Sweatshops.

An diesen Arbeitskampf wird nun in der Schau "Für Garderobe wird nicht gehaftet. Widerständiges in Mode und Produktion" erinnert. Studierende des Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis (ecm) an der Angewandten thematisieren dort das Dilemma mit der Mode: Einerseits wecken ihre kreativen Ausdrucksmöglichkeiten unser Begehren, andererseits presst sie in Schablonen und ihre Fertigung basiert in einem erschreckenden Ausmaß auf Ausbeutung von Mensch und Umwelt.

Widerstand gegen Mode


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