Film Neu im Kino

Von der Hand in den Mund: Bubenkunstsex in "Love"

Lexikon | DR. ROBNIK | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Ami-Filmstudent und Kunststudentin mit Retrobrille haben in Paris viel Sex, nehmen Drogen und einmal die Nachbarin mit in die Hapfn. Die wird schwanger; nun sitzt er mit Kind und ungeliebter Frau da und verspießert. Selbstmitleidsmonolog fließt innen, wo einst Sperma ausströmte. Das zeigt Regiebürgerschreck Gaspar Noé in "Love" in Rückblenden, nicht so retroaktiv und brutal wie in "Irreversible", mehr mit Liebe zu Hand-und Blowjob samt Come-shot, mal von oben, mal von nah, mal mittig im Chiaroscuro-Tableau zwischen S/W-Filmflash, Streitgeschrei und Tiefsinngelaber junger Kreativer. Hier ist alles Liebesbeweis: Es beweist Noés Liebe zu alten Filmen ("Saló" und "M" als Poster) und zu sich sebst als ärgstem Herzeiger, sowie die These, dass schöne Leute, die ficken, eh gut kommen. Lang ist der Schwanz, aber auch der Film, und schön sind wir selber.

Ab 1.1. im Kino (OmU 3D im Gartenbau)


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