DIE BLACK STREET BOYS

Sie sind jung, schwarz, männlich und ehrgeizig: In der ÖVP hat sich ein neues Machtzentrum gebildet. Sein Star ist Außenminister Sebastian Kurz, sein Hardliner Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel. Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer gibt den Vordenker, Peter McDonald den Verhandlungskünstler. Noch etwas eint sie: Sie haben die große Koalition so richtig satt

Politik | Politische Stilkritik: Josef Redl und Barbara Tóth | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Harald Mahrer: Der Nachdenkliche

Der Älteste des Quartetts (Jahrgang 1973) war in seinem früheren Leben Berater und Unternehmer. Er betreibt Politik weniger als Brotberuf als aus Leidenschaft -und natürlich auch aus Eitelkeit. Kein ÖVP-naher Think-Tank, kein schwarzer Sammelband, in dem Mahrer nicht seine Grundsatzgedanken publiziert hätte. Als zeitweiliger Leiter der Julius Raab Stiftung dachte er hauptberuflich nach, der Reformprozess der ÖVP (genannt "Evolution") war mit seine Idee. Als Staatssekretär für Wissenschaft hat er sich der Start-up-Förderung verschrieben, am liebsten mischt er aber bei den großen Kulturdebatten mit wie bei der Neugestaltung des Heldenplatzes, für den er sich ein "Haus der Zukunft" wünscht.

Große rhetorische Würfe, schillernde Ideen, die "Think Outside the Box"-Geste, das sind Mahrers Spezialitäten. Und dafür ist ihm die huldvolle Bewunderung seiner Kameraden sicher. Auf den Boden bringen sollen es dann besser andere - Spezi Peter McDonald etwa.


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