Wie man mit einem Fuchs philosophiert

Neu übersetzt und ziemlich überschätzt: Antoine de Saint-Exupérys "Der kleine Prinz"


Lektüre: Klaus Nüchtern

Feuilleton | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Wenn die Menschen tief in jahresendzeitlichen Gefühlslagen waten, steigt auch die Nachfrage nach Sinnstiftung. Da trifft es sich gut, dass Antoine de Saint-Exupérys Klassiker "Der kleine Prinz" seit Beginn des Jahres gemeinfrei ist und nun rechtzeitig zu Weihnachten neu übersetzt, illustriert und animiert in den Buchhandel und in die Kinos kommt. Auch im Buch selbst wird Weihnachten prominent erwähnt. Der Erzähler, der - wie auch sein Erfinder - Pilot ist, wird wegen einer Panne gezwungen, in der Sahara notzulanden, wo er die anstehende Reparatur an seinem Flugzeug ganz alleine vornehmen muss: "Für mich war das eine Frage auf Leben und Tod. Trinkwasser hatte ich höchstens für acht Tage."

Die acht Tage sind nach 23 Kapiteln vergangen, das Wasser ist alle, das Flugzeug noch immer kaputt. Offenbar war der Pilot hauptsächlich damit befasst, der Erzählung des kleinen Prinzen zu lauschen, der seinen kleinen Planeten verlassen hatte und nach diversen interplanetarischen Zwischenstationen

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