Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Pop

Elsa Tootsie and the Mini Band: Trickle Down

Und noch eine Platte des Jahres: Elsa Tootsie (Gesang, Gitarre), Artur Nutz (Lapsteel) und Michael Prehofer (Schlagwerk) haben in der Kategorie "Austro-Americana" die Nase vorn. Ihr Debüt eint zurückgelehnte Lässigkeit mit emotionaler Dichte. Der Highway, den das Wiener Trio befährt, ist lang - zwei der sechs Songs überschreiten die Zehn-Minuten-Grenze -, die Sonne ist längst untergegangen, und trotz der scheinbaren Einsamkeit könnte von irgendwoher, so eine wiederkehrende Stimmung, Ungemach drohen. (Pumpkin) GS

Pop

Doug Hream Blunt: My Name is ...

Doug Hream Blunt war 35 und ohne musikalische Vorerfahrung, als ihm Ende der 1980er in San Francisco ein Flyer für den Workshop "How To Form a Band" in die Hände fiel. Dort tobte er sich mit anderen Dilettanten aus, entwickelte einen eigentümlichen Gitarrenstil und begann Songs (vorwiegend über "Girls") zu schreiben. David Byrnes Label Luaka Bop trägt diese lässigfunkige, aber auch etwas windschiefe und dadurch sehr charmante Eigenbau-Musik mit 25 Jahren Verspätung in die Welt hinaus. (Luaka Bop) SF

Jazz

Michael Wollny Trio: Nachtfahrten

Ein mächtiger, schleppender Bassdrumbeat, umflattert von einzelnen Klavierakkorden und Tremolos, die sich indes nie zur erwarteten Apotheose verdichten. Mit sechs Minuten ist das Titelstück die mit Abstand längste Komposition dieses mondlichtdurchfluteten Albums, das dezidiert romantisch, aber keineswegs weichgezeichnet, sondern mitunter von geradezu epigrammatischer Klarheit ist. Schwelgerische Momente werden mit großer Ökonomie zelebriert, Feierlichkeit kommt ohne Pomp aus. A guilt-free pleasure! (Act) KN


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige