Alles auf Schiene

Für die meisten ist die Straßenbahn nur ein Transportmitt el. Andere haben sie zum Lebensinhalt gemacht

Stadtleben | EINBLICK: EVA KONZETT | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Peter Standenat raucht nicht, trinkt nicht. Er trägt keine teuren Uhren und keinen Schmuck. Er hat neun Wagen und fährt doch selten weg. Die Anstrengungen von Herrn Standenat, 58, von Beruf Zahnarzt, kennen nur ein Ziel: Wenn er gerade keinen Bohrer in der Hand hält, reist er in die Vergangenheit. Er sammelt historische Straßenbahnen. Nicht im Modell, sondern leibhaftig, aus Eisen und Stahl.

Sie prägen das Wiener Stadtbild wie der Stephansdom, das Riesenrad und das Schloss Schönbrunn -die weiße Straßenbahn mit dem roten Unterkörper. Immer öfter aber sind es die modernen Niederflurwagen Ulf, die die Wiener kutschieren. Bis 2025 wollen die Wiener Linien die alten E1-und E2-Garnituren, die schlanken, rotweißen mit der runden Schnauze, durch Ulfs ersetzen. Was tun mit den ausgedienten Waggons? Nach Osteuropa lassen sie sich nicht mehr schicken, seit sie dort selbst mit Brüsseler Hilfe schnittige Niederflurmodelle kaufen, deshalb werden die alten Bims verschrottet. Oder, seltener,


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