Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Lukas Matzinger | aus FALTER 52/15 vom 23.12.2015

Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß", sagt er und geht für immer. Die Deutschen sind ihres Raabs verlustig gegangen; er war der größte Entertainer, den sie kannten. Der so vieles konnte und auch das, was er nicht konnte, mit einem Ehrgeiz tat, der staunen ließ. Und sein Sender hat ihn machen lassen. Autoball, Turmspringen, Wokfahren - am Samstagabend, wenn Stefan Raab es so wollte. Alle paar Jahre hat er die Regeln der Medien durchgestrichen und neu hingeschrieben; das deutsche Fernsehen fast allein ins 21. Jahrhundert gehoben.

Und dann weint er. In seiner letzten Sendung "TV Total" weint die Unterhaltungsmaschine unvermittelt, ehrlich. Und schafft damit den letzten großen Fernsehmoment, von denen er so viele hatte. Am Samstag, bei "Schlag den Raab", war die gröbste Trauer schon vorbei: Er kämpft noch einmal, singt noch einmal, zärtliches Auslaufen. Stefan Raab macht einen Sender zur Waise. Joko, Klaas, Böhmermann, irgendwer - übernehmen Sie!


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