Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Pop

Hinds: Leave Me Alone

Eine Weisheit, die zuletzt etwas in Vergessenheit geraten ist: Popmusik sollte in erster Linie einfach Spaß machen. Das Quartett Hinds aus Madrid erinnert mit seinem Debüt nachdrücklich daran. Angestoßen von Acts wie den Strokes oder Mac DeMarco machen die beiden Sängerinnen Carlotta Cosials und Ana Perrote samt Kolleginnen rauen, verzerrten, aber auch ungemein eingängigen Gute-Laune-Garagenpop. In ihren Videos tanzen Hinds auch mal auf Tischen. Süßer Vogel Jugend. (Mom & Pop) SF

Live: B72, 25.1., 20 Uhr

Pop

Crack Ignaz & Wandl: Geld Leben

Lange musste man auf das erste Album des Salzburger Mundart-Rap-Schlingels Crack Ignaz warten, dafür folgt nun nur ein halbes Jahr nach "Kirsch" bereits der zweite Streich. Statt Synthie-Minimalismus gibt es Samples und wärmere Beats, angerichtet vom Elektroniker Wandl, dessen eigenes Debüt heuer folgen soll. Lässig hingeworfen und doch auf den Punkt, gibt Crack Ignaz erneut das charmante Großmaul, das Geblödel und Schweinekram gleichermaßen smart erscheinen lässt. Nice! (Melting Pot) GS

Live: Fluc, 22.1., 22 Uhr

Klassik

Igor Levit: Bach, Beethoven, Rzewski

Der Pianist Igor Levit hat ein Faible fürs Große, und er liebt Bach und Beethoven. Die späten Klaviersonaten und Bachs Partiten nahm er als Appetithappen bereits auf. Der Hauptgang führt nun mit drei Variationszyklen durch drei Jahrhunderte, von Bachs "Goldberg-Variationen" geht es über Beethovens "Diabelli-Variationen" zu "The People United Will Never Be Defeated" von Frederic Rzewski. Letzteres ein extremes Stück Musik, sauschwer und zugleich butterweich -bei Levit ist es in besten Händen. (Sony) MDA


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