Eine Edition mit Standpunkt: Neuauflage von "Mein Kampf"

Warum es Sinn hat, dass ein Historikerteam des Münchner Instituts für Zeitgeschichte Adolf Hitlers Buch neu herausgibt

Politik | REZENSIONSVORSCHAU: RUDOLF WALTHER | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Seit ein paar Wochen herrscht Alarmstimmung im medialen Betrieb, genaugenommen seit dem Tag, als die Bild-Zeitung titelte: "Er ist wieder da". Nicht Hitler zwar, aber sein Buch "Mein Kampf". Am 1. Jänner 1916 lief die Schutzfrist für das Machwerk ab, als dessen Urheberrechtserbe sich der Freistaat Bayern während 70 Jahren darum bemühte, dass es keine Nachdrucke dafür gab.

Das war gar nicht nötig, denn von den bis 1944 in rund 1050 Auflagen gedruckten zwölf Millionen Exemplaren überlebten viele im Antiquariatshandel, wo das Buch immer erhältlich war -zu überhöhten Preisen, weil der Mythos, das Buch sei verboten, das Geschäft belebte. Das Buch war nicht verboten, sondern nur der unkommentierte Nachdruck zu kommerziellen und propagandistischen Zwecken.

Wer das Buch oder Teile davon nachdrucken wollte, musste dem bayerischen Finanzministerium gegenüber nur sein wissenschaftliches Interesse nachweisen. Es gibt momentan mindestens ein Dutzend Kommentare, Analysen und Teildrucke von


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige