Beisl Der steirische Gourmet

Edles auf Polentabasis

Steiermark | WIRTSHAUSTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Wer den Mohrenwirt von früher kennt - und wer kennt ihn schon nicht? -, wird nicht sehr überrascht sein, wenn er den "Sterz im Mohrenwirt" besucht. Das Ambiente hat sich nicht groß verändert, es gibt noch die langen Holztische und diesen gewissen schundigen Charme einer der letzten Gaststätten der Grazer Spätboheme. Keine Frage, hier wurde Geschichte geschrieben. Die Protagonisten von Kreutzbruck bis Innerhofer sind tot und die Lokalszene mit ihrem Fluidum leichter Enthemmung ist mit ihnen gestorben.

Hier wird ein neuer Weg versucht. Statt deftiger Hausmannskost, der soliden Unterlage für alkoholische Grenzüberschreitungen, setzt man auf edle Küche. Die Basis bildet dem neuen Namen entsprechend Polenta. Die Krebsenschaumsuppe mit Sterzstangerl ( € 7,-) ist ein Vergnügen. Das orientalische Wildgulasch mit herrlichen Brioche-Heidensterzknödeln ( € 15,-) hat seinen Reiz durch die Beigabe von Marsala und Kurkuma. Enttäuschend "Da Fischa", eine kleine Fischplatte (€ 17,-) mit einem nicht frisch wirkenden Saiblingsfilet und einem trockenen panierten Karpfenstück. Für die Sterzflammerie ( € 6,-) sind wir sofort entflammt.

Resümee

Man sitzt hier in der Vergangenheit und versucht sich mit der Gegenwart anzufreunden. Die Preisgestaltung ist mutig, es wird sich weisen, ob damit ein neues Stammpublikum gefunden werden kann.

Sterz im Mohrenwirt, Mariahilferstraße 16,8020 Graz, Tel. 0316/71 14 11, Di-Sa 10-1, So 11-22 Uhr


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