Theater Kritiken

Intrigantenstadl: Blackfacing war gestern

Lexikon | VERONIKA KRENN | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Othello, der "Mohr von Venedig", könnte gelungene Integration markieren: Die Regierungsspitze befördert ihn zum Feldherrn für die heikle Zypern-Schlacht. Nachdem das Unwetter den Feind ersäuft hat, ertrinkt das Kriegsgeheul rasch unter Zufuhr malzigen Gebräus -befördert durch fiese Fallstricke Jagos. In der gediegenen Inszenierung von Bruno Max geht Tino Führer als edler, würdevoller dunkelhäutiger "Othello" in William Shakespeares gleichnamigem Trauerspiel dem Intriganten etwas zu rasch auf den Leim. Als Othello die schöne Weiße, Desdemona (Selina Stöbele), heimlich ehelicht, ist Schluss mit lustig. Nun entblößt inflationärer Gebrauch des N-Wortes den unter der Oberfläche brodelnden Rassismus.

Scala, Fr, Sa, Di, Mi 19.45


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