Entspannt euch! Der Kult um die Maman française

Bücher, die das Savoir-vivre französischer Eltern heroisieren, sind zu einem eigenen Genre geworden. Zu Recht?

Stadtleben | STILKRITIK: BARBARA TÓTH | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Vielleicht hätte ich in Deutschland nie Kinder bekommen", schreibt Annika Joeres gleich zu Beginn ihres Buches. Aber dann zog die deutsche Journalistin nach Frankreich und bekam flugs zwei Kinder. "Die vielen entspannten französischen Familien haben mich mit ihrer Leichtigkeit angesteckt. Sie macht Lust auf Nachwuchs."

Entspanntheit, Leichtigkeit, Lust - das sind Schlüsselwörter, die deutsche Frauen nicht unbedingt mit Kindern assoziieren. Ähnlich erging es der Amerikanerin Pamela Druckerman, als sie mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in ihrer jetzigen Wahlheimat Frankreich erstmals Urlaub machte und abends versuchte essen zu gehen. Auf ihrem Tisch: Chaos. Rundum: keine grantelnden Kinder, keine entnervten Eltern. "An ihren Tischen schien eine unsichtbare, zivilisatorische Kraft zu walten", fasste es Druckerman später in ihrem Bestseller "Warum französische Kinder keine Nervensägen sind. Erziehungsgeheimnisse aus Paris" zusammen.

Er erschien 2013, ist nun als Taschenbuch auf


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