Kolumne Außenpolitik

Aushungern als Waffe Assads: Die Not der Bürger von Madaja

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

So gebannt ist die Weltöffentlichkeit von der demonstrativen Grausamkeit des IS, dass die weniger spektakuläre Brutalität des Bürgerkriegs in Syrien beinahe in Vergessenheit geraten ist. Jetzt rufen die schockierenden Bilder fast verhungerter Menschen aus der eingeschlossenen Stadt Madaja sie wieder in Erinnerung. Madaja ist nicht die Ausnahme, es ist die Regel in diesem Krieg. Alle Parteien kämpfen, unterstützt von ihren jeweiligen internationalen Schutzmächten, mit erbitterter Brutalität gegeneinander - keine Seite kann sich bisher durchsetzen.

Von Anfang an hat das Assad-Regime die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Wasser, Lebensmitteln und Treibstoff als Waffe gegen die Opposition eingesetzt. Als vor fünf Jahren die ersten Massenproteste gegen Assad in Daraa nicht mehr unter Kontrolle zu bringen waren, schossen Scharfschützen der Regierung zuerst auf die Demonstranten und dann auf die Wasserspeicher in der Stadt.

Im vergangenen Frühjahr gingen erschütternde Bilder aus Jarmuk


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