Enthusiasmuskolumne Diesmal: die tollste Knolle der Welt der Woche

Ist gesund und schmeckt trotzdem super

Feuilleton | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Der Jahresbeginn wird traditionellerweise von vielen dazu genutzt, in sich zu gehen. Das ist nicht unriskant , denn: Wenn's blöd läuft, findet man dort auch nichts oder halt nicht das, was man gern gefunden hätte. Deswegen infizieren sich im Jänner so viele Menschen mit saisonal im Schwange befindlichen Leiden wie Schnupfen, Schleim oder Schrumpfnudel.

So eine moderate Unpässlichkeit kommt mitunter ganz gelegen. Man kann es dann - wie man sich's ohnedies vorgenommen hat -im neuen Jahr gleich einmal etwas langsamer angehen lassen und sich um seinen Körper kümmern, statt in den sinistren Kavernen der eigenen Psyche herumzutappen. Ein weiterer Kollateralgewinn besteht darin, dass man sich der Aufmerksamkeit seines Freundes-, Kollegen-, Bekannten-und Verwandtenkreises sicher sein kann. Wer unter Schnupfen, Schleim oder Schrumpfnudel leidet, kriegt garantiert dutzende persönlich erprobte, superverlässliche Geheimtipps: "Wenn du vor dem Schlafengehen immer einen halben Liter Apfelessig trinkst und etwas Muskat aufs Leintuch reibst, ist das in 14 Tagen wie weggeblasen."

Wer's ausprobieren mag, soll's tun, ich bleib beim Ingwer. Ingwer ist nicht nur entzündungshemmend und schmerzlindernd, sondern auch voll der funky Geschmacksträger! Für ein Ingwerheißgetränk etwa braucht man bloß Ingwer und heißes Wasser zum Ingwerscheibchenüberbrühen. Ziehen kann das Zeug, so lang es mag, es wird nicht bitter, bloß schärfer.

Auch das beliebte Jewish Penicillin, die Hühnersuppe, kann mit Ingwer (sowie Sternanis, Szechuan-Pfeffer und Orangenschale) asiamäßig

aufgepimpt werden. Und in Bitterschokolade gehüllte Ingwerstäbchen sind allemal besser als Fieberzäpfchen - orale Einnahme vorausgesetzt.


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