Wie sich Frauen schützen können

Je realer die Gefahr in einem Selbstverteidigungskurs simuliert wird, desto eher wird man sich wehren können

Politik | SELBSTERFAHRUNG: STEFANIE PANZENBÖCK | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Es ist zwölf Uhr Mittag. Am Bahnhof in Wiener Neustadt herrscht alltägliches Kommen und Gehen. Ein junger Mann nähert sich einer jungen Frau, als wäre er mit ihr bekannt, greift ihr plötzlich auf den Oberschenkel. Sie zuckt zurück, er geht weiter.

Er steuert auf zwei Mädchen zu, zögert kurz, schaut sich um. Dann geht er schnell und greift einer von ihnen zwischen die Beine. Die Mädchen erschrecken, bleiben stumm. Erst als ihn ein Unbeteiligter anschreit, verschwindet er.

Ich weiß nicht, ob ich damals, wäre ich an der Stelle der jungen Frauen gewesen, geschrien hätte. Einerseits hatte ich das Glück, noch nie in so einer Situation gewesen zu sein. Andererseits trug ich, wie wahrscheinlich viele Menschen, immer eine diffuse Angst mit mir herum. Was mache ich, wenn ich plötzlich angegriffen werde? Die Antwort wäre lange Zeit so banal wie ernüchternd ausgefallen: Wahrscheinlich wäre ich stumm geblieben.

Es wäre vermessen, diese unterschwellige Furcht auf ein bestimmtes Erlebnis


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