Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (246)

Stadtleben | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Frau B. ist nach dem Weihnachtsurlaub ins Büro zurückgekehrt. Obwohl 2016 bereits fast zwei Wochen alt ist, wünschen ihr hier täglich immer noch zig Personen ein schönes neues Jahr. Wie lange, möchte sie wissen, muss man noch Glück wünschen?

Mit dem Neujahrsglückwunsch verhält es sich ein bisschen so wie mit dem inflationären Mahlzeit-Gruß, der in Vorfreude auf die in Aussicht stehende Pause bereits frühmorgens benutzt wird oder in wehmütiger Erinnerung an sie noch spätnachmittags. Andererseits ist ein "Prosit Neujahr" Mitte Jänner fast so traurig wie der Anblick des übriggebliebenen Schokolade-Christbaumbehangs, der nach den Feiertagen in Supermärkten verramscht wird. Wenn Sie mit dem gesellschaftlichen Flow gehen wollen, müssen Sie die Neujahrsglückwünscherei aber wohl noch eine Zeitlang über sich ergehen lassen. Spätestens im Februar haben dann auch die Hartnäckigsten 2015 losgelassen!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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