Theater Kritiken

Die Suche nach dem Ich im Spam-Ordner

Lexikon | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Wir alle werden regelmäßig dazu aufgefordert, unseren Penis vergrößern zu lassen und unsere Kontodaten nach Afrika zu schicken, weil ein König uns dann drei Millionen Dollar überweisen wird. E-Mails dieser Art überschwemmen unsere Posteingänge, der Autor Rafael Spregelburd hat ein Stück darüber geschrieben. Darin geht es um einen Mann (Sebastian Schindegger), der sein Gedächtnis verloren hat und sich in einem Hotelzimmer wiederfindet. Die einzigen Anhaltspunkte zu seiner Identität sind ein Smoking, Puppen und ein Computerbildschirm. In Kathrin Herms Inszenierung von "Spam" wird ein Computerbildschirm an die Wand projiziert, Youtube-Videos, E-Mails und Google-Translate kommen zum Einsatz, während man sich langsam der Identität des Verwirrten annähert. Der Abend ist ganz witzig, hat aber auch was von ziellosem Internetsurfen. SS Schauspielhaus, Nachbarhaus, Fr 20.00


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