"Sie strahlen wie Ufos"

Tankstellen sind die hässlichsten Orte der Welt. Der Entertainer Friedrich Liechtenstein, bekannt durch den Hit "Supergeil", liebt sie. Ein Gespräch über eine romantische Beziehung


INTERVIEW: MATTHIAS DUSINI
Feuilleton | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Im Foyer des Billighotels ist Friedrich Liechtenstein, 59, gleich als Dandy erkennbar. Der Berliner Musiker und Unterhaltungskünstler empfängt den Journalisten in piekfeinen Lederschuhen, gelben Socken und blauem Trenchcoat. Bekannt wurde Liechtenstein erst 2014 durch einen Werbespot der Supermarktkette Edeka, in dem er die Hauptrolle spielte und mit seiner brummigen, von elektronischer Musik untermalten Stimme diverse Produkte vorstellt. „Supergeil“ war ein Internethit und lenkte die Aufmerksamkeit auf den Mann mit dem weißen Vollbart, der eine lange Karriere als Puppenspieler und Theatermacher hinter sich liegen hatte.

Im Jahr 2000 verwandelte Liechtenstein, damals noch unter dem Namen Holger Friedrich, die Berliner Sophiensäle in einen Schlafsaal, 2001 widmete er der vergessenen brasilianischen Sängerin Carmen Miranda eine Revue. Der Erfolg von „Supergeil“ ermöglichte Liechtenstein weitere Projekte. 2014 veröffentlichte er das Elektro-Disco-Album „Bad Gastein“, im Mai wird Arte die Reihe „Tankstellen des Glücks“ senden, in der Liechtenstein die „romantischsten Orte der Gegenwart“ besucht.

Der Falter traf den Künstler bei Dreharbeiten in der Wiener Astoria Garage und am Morgen darauf in einem Hotel am Hauptbahnhof, um mit ihm über Zapfsäulen, Scheitern und die Schönheit von Kieselalgen zu sprechen.

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