Gelesen Bücher, kurz besprochen

Die Karriere von "Mein Kampf"

Politik | BT | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

"'Mein Kampf' ist bis heute eine Art schwarzes Loch geblieben, um das die gesamte NS-Forschung und damit ein Großteil der deutschen Zeitgeschichte kreist", schreibt der deutsche Journalist Sven Felix Kellerhoff in seinem Vorwort. Weil es nicht gedruckt werden durfte, sorgte es für Verwirrung. Dieser abzuhelfen, ist Zweck seines Buches. Wer sich nicht nur für die kommentierte Neuausgabe (siehe Buchbesprechung links) interessiert, sondern für die Entstehungsgeschichte von "Mein Kampf" und dessen Karriere nach Hitlers Tod, ist bei Kellerhoff richtig. Die britische Diplomatie kannte es seit 1931, sehr bald wurde es als wichtige Richtschnur für Hitlers Politik eingeschätzt. 1933 kam die erste englische Übersetzung auf den Markt, eine französische verhinderte Hitler. Am kuriosesten ist eine Adaption im Stil der Manga-Comics, am beunruhigendsten der Erfolg des Buches im arabischen Raum.

Sven Felix Kellerhoff: Mein Kampf. Die Karriere eines deutschen Buches. Klett-Cotta, 368 S., € 25,70


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