Stadtrand Urbanismuskolumne

Aktionismus um des Aktionismus willen

Stadtleben | Birgit Wittstock | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016

Von einem wirklichen Massenhappening kann man ja nicht reden: Etwa 100 Leute haben vergangenen Sonntag, zum internationalen "No Pants Subway Ride", in der Wiener U-Bahn die Hosen runtergelassen. Wozu eigentlich? Zum Spaß, meinten die Organisatoren. Erstaunlich, dass Öffifahren in Unterhosen im Winter dann doch so vielen Leuten Spaß macht.

Wen die Unten-fast-ohne-Fraktion genervt hat, dem stehen mitunter harte Monate ins Haus, denn seit die Vereinten Nationen 1947 sogenannte Welttage ausriefen, die an welt-und menschheitsbewegende Geschehnisse erinnern sollen, reiht sich im Kalender massenhaft sinnloser Aktionismus aneinander: etwa der "Internationale Jogginghosentag", der am 21. Jänner begangen wird, der "Star-Wars-Tag" am 4. Mai, der "Sprich-wieein-Pirat-Tag" am 19. September oder der "Tag der Seifenblasen" am 5. Oktober, um nur ein paar der großen Freudentage aufzuzählen.

Wirklich super hingegen: der 16. Jänner, der "Nothing Day". An diesem Aktionstag gibt es ganz offiziell nichts zu feiern und nichts zu gedenken. Danke.


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