Tiere

Tarzan, go!

Falters Zoo | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 02/16 vom 13.01.2016


Wie fängt man die erste Kolumne im neuen Jahr an? Gern gegeben werden Ausblicke auf die kommenden 366 Tage, die mit dem Brustton unfehlbarer Auskennerschaft vorzutragen sind. Diese Expertise stützt sich nicht nur auf ein gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein und eine solide Portion Hybris, sondern durchaus auch auf Studien. Wahrheiten, die nicht nur Töchter der Zeit sind, liefert mir die Agentur Marketagent mit der aktuellen Erhebung „Fakten rund um die Kopfbehaarung“. Ich blende hier die komplizierten statistischen Details aus und komme gleich zum Ergebnis: Etwa vier von zehn Menschen brauchen zwischen fünf und zehn Minuten für die tägliche Haarpflege. Faszinierend, würde Spock sagen. Und – jetzt kommt’s – Frauen widmen ihrem Haupthaar deutlich mehr Zeit! Ja, darauf können Sie sich 2016 verlassen.

Ich hingegen vermute völlig ohne begleitende Studie, dass die Polizei ihre Öffentlichkeitsarbeit gegendert, … nein, wie sagt man da … , animalisiert hat. Immer öfters werden die bislang anonymen Diensthunde offiziell per Namen genannt. So wissen wir, dass der Fund zweier Leichen im Traunsee vor allem einem caninen Mitarbeiter namens Tarzan zu verdanken ist.

In Österreich sind derzeit etwa 370 Polizeihunde beschäftigt. Denn sie verfügen über Nasenschleimhäute mit 250 Millionen Riechzellen, während ihre menschlichen Kollegen nur etwa fünf Millionen mitbringen. Dadurch können Hunde „stereo-riechen“, also die Richtung eines Duftes so wie auch das Alter einer Spur erkennen.

Die Website des Innenministeriums bietet für Hunde interessante Karrierewege: Die Grundausbildung endet mit der Befähigung zum Schutz- und Stöberhund. Leider herrscht noch immer ein gewisser Rassismus bei der Auswahl vor, nur Schäferhunde, Rottweiler, Dobermänner und Riesenschnauzer werden akzeptiert. Hündinnen haben aber angeblich dieselben Karrierechancen. Notwendige Eigenschaften wie „Unterordnungsfreude“ werden von menschlichen wie tierischen Polizisten verlangt.

Manchmal stellen die zweibeinigen Kollegen aber auch ein Problem für den Polizeihund dar. Denn deren Körpergeruch wird – selbst bei vorbildlicher Pflege – von den Hunden intensiv wahrgenommen und lenkt dann von der eigentlichen Aufgabe (Drogen, Blut etc.) ab. Deshalb müssen Diensthunde als Erste die zu durchsuchende Wohnung betreten. Tarzan, wie riecht 2016?


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