Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Alter Schwede, was war das für eine Woche! Na gut, erst einmal eine, in der es im Falter-Büro sehr leise war. Die einen waren auf Rechercheausflug, andere verweilten im Urlaub, wieder andere machten blau, um sich spontan mit ein paar Viren zu verabreden und mit ihnen im Bett, im Kinderzimmer oder über der Kloschüssel abzuhängen. Noch am Montag hallte die Begegnung als Kakofonie der Kranken aus verschiedenen Büroräumen nach.

Aber, was ja noch viel ärger war, waren die Reaktionen auf die Ausgabe der Vorwoche. Es ging um Köln, um sexuelle Gewalt, um die Angst vor Fremden. Illustratorin Bianca Tschaikner malte für das Cover Männer, die über Frauen herfallen. Keine Farben, sehr bedrückend. Dazu ein Zitat der Feministin Simone de Beauvoir.

Na, habe die Ehre, mehr hat's nicht gebraucht! Sexismus, Rassismus, saurer Regen -alles mögliche schwappte der Redaktion da als Vorwurf entgegen. Mitarbeiter, die sich in soziale Netzwerke wagten, bekamen - wie soll man es am besten nennen? - eine "gehörige Portion negativer Energie" ab.

Am besten formulierte es wohl eine Wiener Burlesque-Tänzerin, die das Heft sehr erregt hatte. Sie leitete ihren Facebook-Leserbrief klassisch ein mit "Dear fucking Falter" (zu Deutsch: "Lieber Falter") und beendete ihre Nachricht ins Genre der litarischen Kritik abgleitend mit den Sätzen: "I hate you. I curse you with the worst curse a prick like you could get; I hope your fucking dick rots and falls off. I will feed it to my dog."(Zu Deutsch: "Diese Ausgabe hat mir nicht gefallen.")


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige