Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (247)

Stadtleben | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Herrn G.s Anfrage ist olfaktorischer Natur. Manchmal, wenn er auf der Straße wundervolle Parfüms an fremden Männern riecht, möchte er sie am liebsten sofort fragen, wo man diesen Duft bekommt. Doch er traut sich nicht. Sollte er?

Zunächst, lieber Herr G., seien Sie beruhigt: Das beschriebene, sehnsüchtige Fremdriechen hat jeder schon erlebt. Das ist ja gerade der Witz von Parfüms: gerne gerochen zu werden. Das mit dem Nachfragen mag dagegen wirklich eine heikle Angelegenheit sein. Der Geruch des Selbst ist einfach doch eher dem höchstpersönlichen Lebensbereich zuzurechnen; etwas, worüber mit Fremden zu reden, gesundes Unbehagen hervorruft. Und überhaupt: Was, wenn derjenige das gar nicht verraten will? Egal. Überwinden Sie sich. Fragen Sie. Im Grunde ist es ja Ehre für den Gerochenen. Aber eines können wir gleich dazuverraten: An einem selbst riecht das Eau dann meistens eh nicht mehr so toll. F Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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