Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | LUKAS MATZINGER | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Nichts Begehrenswerteres, nichts Erhebenderes und Reinigenderes als Bessere, denen es schlechter geht. Das Dschungelcamp ist wieder da und bedient sieben Millionen einzelne Wohnzimmer- Schaulüste. Wo sonst darf man gleichzeitig Voyeur sein und garstiger Richter, kann Böses nicht nur wünschen, sondern zuführen und muss dafür nicht einmal von der fettverschmierten Couch aufstehen? Eben.

Doch dann kam Menderes Bağcı, dieses kleine halbtürkische Löwenherz. Er ist noch Jungfrau, gesteht das höfliche Etwas von einem "DSDS"-Dauerkandidaten und versucht sein Glück umgehend bei der obligatorisch besetzten Topmodel-Kandidatin.

Nie ist das Camp so gut wie in diesen Momenten, wenn zwischen all dem systematischen Verfall und all der Amoral der echte Mensch zum Ereignis wird. Wenn einen so ein glückloses Welpengesicht auch nur kurz beisitzen lässt. Menderes, auf der heurigen Dschungelkrone steht dein Name - hoffentlich traust du dich, sie aufzusetzen.


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