Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Wir müssen reden

Steiermark | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Schnitzerl, reiß owi di Panier. I wü di klopfen!" Anlässlich der Debatten über Köln postete die rote Landtagsabgeordnete Michaela Grubesa sexistische Sager: Sie habe sie alle von Ösi-Männern zu hören bekommen.

In der Einladung zur Kundgebung "Wir sprechen selbst! Gegen sexualisierte Gewalt an Frauen. Immer. Überall", mitinitiiert von der Grünen Lisa Rücker, hieß es: Die Gewalt dürfe "unabhängig davon, von wem sie ausgeht", nicht hingenommen oder "nur für Rassismus missbraucht werden".

Kann man alles unterschreiben. Dennoch kommt rüber: Sexismus ist doch überall dasselbe. Über Tätergruppen braucht, ja darf man nicht reden.

Gesetze und Lebensrealitäten von Frauen variieren aber erheblich. Wäre es anders, wären ja hiesige Gleichstellungskämpfe vergebens gewesen. Europäerinnen sind es gewöhnt, allein unterwegs zu sein. Auch abends, auch im engen Kleid. In vielen islamisch geprägten Ländern ist das kaum denkbar. Auch das Drangsalieren von Frauen durch Männergruppen kannte man bisher etwa in Kairo, nicht in Europa. Einige Migranten bringen solche Frauenverachtung jetzt mit hierher.

Nicht alle sind so? Natürlich nicht. Genauso wenig, wie alle Österreicher rechtsextrem sind. Der Teil aber, der es ist, macht enorme Probleme. Die nicht so sind, Liberale in arabischen Ländern, (Ex-)Muslimas in Europa, kämpfen gegen die Frauenfeindlichkeit . Sie nicht anzuhören wäre unfair, auch gegenüber den Mädchen und Frauen der Community, die darunter leiden. Wollen wir verhindern, dass sich Köln wiederholt, ist ein allgemeines "gegen Gewalt" zu wenig. Da braucht es gezielte Präventionsarbeit, da müssen wir den spezifisch islamisch geprägten Sexismus schon angehen.


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