Stadtrand Urbanismuskolumne

Südtiroler Platz, ein Sehnsuchtsort für alle

Stadtleben | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Österreich mit der Bahn zu durchqueren ist in mehrerlei Hinsicht merkwürdig. Zum einen der skurrilen Durchsagen in den Zügen wegen. Da entschuldigte sich neulich etwa eine völlig außer Atem geratene Zugbegleiterin: "Wir bitten Sie wegen der aufgetretenen Störung um Verspätung."

Noch viel merkwürdiger ist allerdings Folgendes: Der Zug hält in Bregenz und als Ausgang ist der Südtiroler Platz angegeben. Der Zug hält in Innsbruck und der Name des Ausgangs lautet Südtiroler Platz. Er hält in Salzburg und der Ausgang führt zum -erraten -Südtiroler Platz. Der Zug hält in Linz und man geht -originell -auf die Südtiroler Straße. Der Zug hält in Wien und man steht -no na -auf dem Südtiroler Platz. Dem nicht genug: Südtiroler Plätze gibt es außerdem in Anger, Bad Radkersburg, Graz, Hard, Jenbach, Judenburg, Krems, Kufstein, Lienz, Mautern an der Donau, Mistelbach an der Zaya, Salzburg, Spittal an der Drau, Waidhofen an der Ybbs, Weiz und Wiener Neustadt.

Ein bisschen gar viel Sehnsucht nach dem verlorenen Landstrich, oder? F

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