Das finstere Tal

Mit "The Hateful Eight" versucht Kultregisseur Quentin Tarantino das Western-Genre und den 70-mm-Film neu zu beleben: Er scheitert gleich doppelt

Feuilleton | POLEMIK: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Nein, "The Hateful Eight", ist kein Western. Sondern ein Kammerspiel, gedreht auf 70 Millimeter; knapp drei Stunden lang, plus zwölf Minuten Pausenmusik. Außerdem ist "The Hateful Eight" der achte Film seines Regisseurs - und der enttäuschendste, den Quentin Tarantino bisher gedreht hat.

Kapitel 1: Alles der Reihe nach

Eine einsame Kutsche kämpft sich durch den meterhohen Schnee von Wyoming. Keiner der Passagiere wird sein Ziel, das Städtchen Red Rock, erreichen. Weder Kopfgeldjäger John Ruth, der seinem Spitznamen "The Hangman" alle Ehre macht und Gefangene stets lebend beim Henker abzuliefern pflegt, noch Daisy Domergue, auf deren Köpfchen die stolze Summe von 10.000 Dollar ausgesetzt wurde und die John Ruth mit Handschellen an sich gekettet hat. Und auch nicht die beiden zwielichtigen Anhalter, die auf dem Weg noch aufgegabelt werden: Kopfgeldjägerkollege Marquis Warren sowie Chris Mannix, ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, neuerdings Sheriff zu sein.

Doch im Vergleich


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