Rassismus? Illustratorin Bianca Tschaikner antwortet ihren Kritikern

Medien | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Meine Coverillustration von letzter Woche stellt die Vorfälle in Köln dar. Es handelte sich um massenhafte sexuelle Belästigung, in Ägypten auch unter dem Namen Taharrush gamea bekannt. Die Redaktion entschied sich, die Vorfälle mit einer Illustration darzustellen, also einer künstlerischen Abstraktion. Kritisiert wurde, dass alle Männer schwarzhaarig seien und die Frauen blond. Dies sei ein "rassistisches Stereotyp".

Auch wenn es hier legitim wäre, die Männer als Nordafrikaner darzustellen (da es sich laut Polizei bei den Tätern überwiegend um solche handelt), kann nur, wer über die Vorfälle in Köln Bescheid weiß, die Täter als nordafrikanisch identifizieren - denn schwarze Haare sind kein alleiniges Merkmal nordafrikanischer Männer.

Wer dieses Bild vor einem Monat gesehen hätte, wäre also nie auf die Idee gekommen, dass es sich bei den Männern um Nordafrikaner handeln könnte. Mein Bild zwingt die Betrachter, selbst die Verbindung zwischen den Männern auf dem Cover und den Tätern von Köln herzustellen. Auch die Tatsache, dass nicht alle deutschen Frauen blond sind, ist bekannt. Mir ging es allein um den Kontrast, der die Frauen optisch aus der Masse herausstechen lässt.


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