Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Was das Verschwinden eines Cafés über die Wiener City erzählt

Politik | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Auf einmal ist es weg. Einfach vernichtet. Das elegante Café Markusplatz, einst Café Tuchlauben, wurde vergangene Woche von einer Baufirma in einer Schuttmulde begraben. Nicht nur die Stammgäste sind schockiert, gerade noch hatte das Café vom Gault Millau eine Haube für seine Küche bekommen.

Warum verschwand das legendäre Kaffeehaus samt seinem wertvollen 60s-Interieur? Der Inhaber des Markusplatz, Markus Muliar, beklagt, die Kunden seien ausgeblieben, der erste Bezirk sterbe langsam ab. Kanzleien und Banken würden aus der Innenstadt abziehen -und damit auch zahlungskräftige Kundschaft. Dazu käme eine Bürokratie, die immer mehr Auflagen einmahne, etwa eine Lüftungsanlage um 30.000 Euro, ein "beschissenes, weil willkürlich exekutiertes Rauchergesetz" und ein Regulierungswahn, der kleine Unternehmen umbringe. Dem Vernehmen nach wurde für das Lokal von einer Modefirma eine schöne Ablöse bezahlt. Muliar will mit dem Geld kein neues Lokal gründen. Er hat genug.


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