Vom Wachmann zum Minister

Die Bestellung des Polizisten Hans Peter Doskozil zum Verteidigungsminister könnte der Sozialdemokratie endlich auch eine moderne Sicherheitspolitik bescheren

Politik | PORTRÄT: FLORIAN KLENK | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Fluchtwellen begleiten seine Karriere. 1989, als hinter seiner Heimat Burgenland der Eiserne Vorhang fiel und Zehntausende aus dem Osten flüchteten, da begann der designierte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil als Wachmann in Wien.

Er war ein ehrgeiziger Polizeischüler, studierte Rechtswissenschaften, arbeitete sich zehn Jahre später zum Fremdenrechtsexperten im Innenministerium hinauf, und als ihm dort die von rot auf schwarz umgefärbte Beamtenschaft unter dem damaligen ÖVP-Innenminister Ernst Strasser ein ÖVP-Parteibuch nahelegte, weil es sonst keinen Job für ihn gäbe, zog er es vor, SPÖ-Gemeinderat im burgenländischen Nest Grafenschachen zu bleiben.

Eine rote Karriere in der kleinen burgenländischen Provinz sollte es werden: Büroleiter des Landeshauptmannes Hans Niessl und später Landespolizeidirektor des Burgenlandes. Als solcher wollte Doskozil allerdings nie in Pension gehen.

Dann kam die Flüchtlingswelle 2015, die Erstickten im Lastwagen auf der Autobahn, danach


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