Der Koloss von Purkersdorf

Der Schlagzeuger Wolfgang Reisinger, Schlüsselfigur der heimischen Jazz-Szene, wird mit einer Personale geehrt


PORTRÄT: KLAUS NÜCHTERN
Feuilleton | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Das bekannte Bonmot Karl Valentins bedarf heute einer Revision: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, die mit der Kunst, die man eigentlich machen möchte, nur wenig zu tun hat: Homepage einrichten, Videos hochladen, Facebook-Account pflegen, Veranstalter kontaktieren Internationale Popstars und die Big Player auf dem Kunstmarkt haben das entsprechende Personal dafür eingestellt, der große Rest muss sich selbst darum kümmern.

Wolfgang Reisinger hat Flugtickets vorfinanziert, er hat Tontechniker und Kameraleute engagiert. Schließlich soll die dreitägige Bestandsaufnahme, die ihm nun im Porgy & Bess gewidmet ist, auch anständig dokumentiert werden. Unmittelbaren Anlass für diese Werkschau gibt es keinen, der 60. Geburtstag liegt bereits sechs Monate zurück. Was aber irgendwie auch wurscht ist, denn schließlich sollen die Konzerte der Standortbestimmung dienen, statt weihevoll-retroselige Besinnlichkeit zu verbreiten.

Zu den Sängerknaben

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