Theater Kritiken

Die Revolution im Schrillen und Stillen

Lexikon | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Die Brüste der Wirtin Prospère sind zwei Zapfhähne, aus denen Wein fließt. In ihr schäbiges Etablissement "Der grüne Kakadu" kommt auch die gehobenere Gesellschaft von Paris, um ein bisschen Nervenkitzel zu erleben. Die Schauspieler spielen hier Verbrecher, und oft weiß man nicht, was ist Schein und was ist Sein. Die Regisseurin Lucia Bihler und die Kostümund Bühnenbildnerin Josa Marx haben eine Welt aus Latex, Plastik und Leder zur Zeit der Französischen Revolution erschaffen. Schnitzlers Groteske wurde um Zwischentexte von Bernhard Studlar erweitert, die Gegenwart klopft an, aber nur dezent. Dazwischen gibt es schöne melancholische Songs, gesungen von Nicolas Fehr. Man hätte gerne mehr erfahren, von dem, was draußen vor sich geht, nur bleibt im schrillen Plastik mitunter das Schauspiel stecken und will uns nicht nahekommen. SS Schauspielhaus, Fr, Sa, Di, Mi 20.00


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