Am Apparat Telefonkolumne

Wieso dürfen Asylwerber nicht allein ins Bad, Herr Gepp?

Politik | ANRUF: B. NARODOSLAWSKY | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Korneuburgs Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) hat im städtischen Bad eine neue Regel eingeführt: Asylwerber -insbesondere wenn sie kaum Deutsch sprechen -dürfen nur in Begleitung ihrer Betreuer ins Bad. Dem Falter erklärt Gepp, wieso.

Warum führen Sie die neue Regel ein?

Vergangenen Donnerstag haben männliche Asylwerber andere Gäste belästigt, vorwiegend Damen. Unsere Mitarbeiter haben versucht, ihnen zu erklären, dass man Leute nicht angreift und nicht durch Damenduschen rennt. Aber sie haben nicht auf das Einschreiten unserer Mitarbeiter reagiert. Nach mehreren Diskussionen haben wir die Polizei hinzugezogen, um unser Hausrecht durchzusetzen, und die Männer haben das Bad verlassen. Das war nicht der erste Vorfall.

Wieso brauchen Asylwerber nun eine Begleitung, wenn sie baden wollen?

Wenn jemand der Sprache nicht mächtig ist, tut man sich schwer, mit ihm zu sprechen. Wir brauchen eine Kontaktperson, mit der er sprechen kann.

Gilt die neue Regel nur für Männer?

Die Frage stellt sich nicht wirklich, da es in diesen Kulturen nicht Usus ist, dass Damen ins Bad gehen dürfen.

Wie wollen Sie herausfinden, welcher Badegast Asylwerber ist?

Um ins Bad zu kommen, muss man zuerst durch den Kassenbereich. Wenn Sie dort eine Tages-oder Wochenkarte wollen, müssen Sie das kundtun - das ist die erste Barriere.

Stellen Sie mit der Regel nicht alle Asylwerber unter Generalverdacht?

Wir haben Asylwerber im Ort mit Obstkörben empfangen und tun viel für ihre Integration. Im Bad geht es auch nicht darum, ob einer Asylwerber ist oder nicht. Alle unsere Gäste müssen die Regeln kennen und befolgen -egal welche Staatsangehörigkeit sie haben. Ich war früher selbst Bademeister, damals habe ich jugendliche Korneuburger aus dem Bad verwiesen, die sich nicht an die Regeln hielten.


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