In seidenen Lagen

Akrobatik gehört zum Zirkus wie Clowns und Schlangenmenschen. Normalsterbliche können sich mit Aerial Silk die Manege in den Alltag holen

Stadtleben | BERICHT: EVA KONZETT | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Dass der Zuschauer am Boden sich die ganze Zeit schon staunend in die Lippen beißt, bekommt Natalia erst mit, als sie sich nach mehreren Figuren in fünf Meter Höhe rücklings nach unten baumeln lässt. Nur ein um die Hüften geschlungenes Seidentuch hält sie da oben, unter ihr breitet sich bläulich schimmernd der frische Kunststoffboden aus. Angst? Natalia lacht. Eher Freiheit. Und Berufsalltag.

Doch hier, im straßenseitigen Studio in der Neustiftgasse, gegenüber dem Hundesalon, in Sichtweite zum Volkstheater, proben keine Akrobaten des Zirkus Knie für das nächste Gastspiel am Rathausplatz, Natalia spielt nur die Übungen für die kommende Gruppenstunde -dann mit Schutzmatten -durch.

Aerial Silk - die Fitness-Gemeinde kommt ohne deutsche Entsprechung aus -heißt eine neue Form der Körperbearbeitung, die Wien aufmischt. Dabei werden akrobatische Figuren an meterlangen, von der Decke hängenden Seidentüchern entwickelt, die gleichzeitig als Leiter, Stütze, oder wie bei Natalias


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige