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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

Familienministerin Sophie Karmasin hat es nicht leicht. Sie preist die Erhöhung des Kindergelds um zwei Euro im Monat (das ist immerhin der Wert von zwei Litern Milch) und wird vom undankbaren Mob abgewatscht. Und wenn sie sich dann ihr Büro um fast 100.000 Euro einrichten will -dann wird sie erst recht geprügelt. Der Pöbel meckert, wo er nur kann.

Karmasin teilt ihr Leid mit vielen anderen Missverstandenen der Geschichte. Sei es nun Marie Antoinette, die dem darbenden Volk ausrichten ließ, es solle doch Kuchen essen, wenn es kein Brot habe, oder sei es deren Schwester im Geiste, Fiona Grasser, die den Armen riet, auf ihren Terrassen eigenes Gemüse anzupflanzen.

Doch man bedenke: Sophie Karmasin ist Regierungsmitglied und in dieser Funktion 24/7 fürs Volk unterwegs, während Fiona ja nur reich allein ist. Da darf man sich's als Ministerin schon auch einmal gutgehen lassen und endlich leben wie eine gewählte Prinzessin. Jetzt hat man es geschafft. Zumindest bis 2018. F


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