Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: St. Peters India Pale Ale

Ein englisches IPA und die ewige Schönheit

Stadtleben | MS | aus FALTER 03/16 vom 20.01.2016

St. Peter' s wirkt so, als ob es schon seit Hunderten von Jahren da wäre. Die grüne, abgeflachte Glasflasche mit dem ovalen, goldumrandeten Etikett schaut unglaublich zeitlos aus. Auch die Typografie und die grün in rosa verlaufende Farbfläche sind keinem Trend unterworfen -und doch schaut das alles so schick aus.

So viel zum einnehmenden Erscheinungsbild. St. Peter's Brewery hat ihren Sitz im Süden des abgelegenen Städtchens Norwich im noch abgelegeneren Bungay (Suffolk) und ist gerade einmal 20 Jahre alt. Gut erhaltene Gebäude aus dem Mittelalter prägen diese malerische Landschaft, was sich vermutlich auf das ästhetische Empfinden der Menschen auswirkt. Die Braumeister geben sich stolz auf ihr Wasser, das aus dem eigenen Brunnen kommt. Sie nennen es liebevoll liquor statt water. Liquor lässt sich sowohl mit "Flüssigkeit" als auch mit "alkoholisches Getränk" übersetzen. Es ist wohl ein Ausdruck der Freude auf die bevorstehende Wandlung des Wassers in Bier. Das Wasser kommt durch eine dicke Kalkschicht: Das Ergebnis ist ein ausgewogener Mineralgehalt ohne Nitrate.

Das India Pale Ale ist nichts für zimperliche Gaumen: herb, kräftig und dafür erfunden worden, die bitteren Seiten des Lebens zu akzeptieren. Im Englischen kommt bei der Beschreibung des IPAs das Wort zesty zum Einsatz, womit nicht der schmale Zitrusstreifen gemeint ist, sondern das Pikante im Allgemeinen. St. Peter's IPA ist im gut sortierten Craft-Beer-Geschäft um etwa vier Euro erhältlich.


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