Film Neu im Kino

Im Sinkflug ins Tal: "Wie Brüder im Wind"

Lexikon | Vanessa Scharrer | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Die österreichischen Alpen im Abendrot und ihre von Schleierwolken umspielten Gipfel. Ein kaum besiedeltes Tal in den 1960ern, in dem Adler, Gams und Murmeltier regieren. Diese malerischen Bergpanoramen und Tieraufnahmen, entstanden unter der Leitung von Otmar Penker, machen den neuen Film "Wie Brüder im Wind" zum Naturschauspiel.

Im Zentrum steht die Freundschaft eines Jungadlers und des Buben Lukas, beides vernachlässigte Wesen; der eine wird von seinem Bruder aus dem Nest geworfen, der andere spricht seit dem Tod der Mutter nimmer. Als Prolog wird die Geschichte der Adlerbrüder erzählt, von einer dunklen Männerstimme, alles im üblichen Natur-Doku-Stil. Der vermenschlichte Blick auf die beiden, die sich wie Kain und Abel verhalten, wirkt mehr als verkitscht. So beeindruckend die Naturbilder und die sogenannte Eagle-Cam sind, die Blicke aus der Perspektive des Adlers ermöglicht, so enttäuschend ist die Darstellung der Beziehung zwischen Lukas und dem Adler. Es bleibt bei künstlichen Dialogen, dazu mangelt es an Spannung. Auch die beiden Stars Tobias Moretti und Jean Reno helfen wenig, dem Film Tiefe oder Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Ab Fr in den Kinos


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