Neue Platten

aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Pop

Tortoise: The Catastrophist

Nach 25 Jahren Bandgeschichte und sieben Jahre nach dem letzten Album kann bei der prägenden US-Postrock-Band ein bisschen Durchlüften nicht schaden. Zwar sind die ersten beiden Tracks typische Tortoise-Fusionen aus Jazz, Electronica, Prog, Funk und Indierock. In der Folge beweisen die Herren jedoch mit zwei gesungenen Stücken, darunter ein überraschend breitbeiniges Cover eines 1970er-Rocksongs namens "Rock On", oder mit lustig furzenden Synthies, dass sie der Spieltrieb nicht verlassen hat. (Thrill Jockey) SF

Pop

Savages: Adore Life

"Bewundere das Leben" klingt ein bisschen hippiesk. Doch weit gefehlt, Savages machen bereits mit der hochgestreckten, geballten Faust auf dem Cover klar, dass das gute Leben hier nicht erlächelt, sondern erkämpft werden soll. Ihr zweites Album stellen die vier Londonerinnen thematisch ins Zeichen der Liebe, was an der schroffen Ästhetik aber nichts ändert; den Furor der jungen Patti Smith schließen sie mit basslastigem Postpunk und wuchtigem Noiserock kurz. Die Grundfarbe ist blut-, nicht rosarot. (Matador) GS

Jazz

Le Rex: Wild Man

Everybody loves a brass band! Dass diese hier nur aus fünf Typen (zweimal sax, tb, tuba, dr) besteht, die alle aus der Schweiz kommen und auf einem US-Avantgardelabel veröffentlichen, macht es ein bissl anders, aber: wurst. Emphatisch improvisierende Ausflüge ins Free-Fach oder sophisticated Rhythmus- und Tempowechsel überfordern den Tanzarsch für kurze Momente, tun aber dem Vergnügen an dieser witzigen, aber nie anlassig-humorigen Musik keinerlei Abbruch. Everybody loves Le Rex! (Cuneiform) KN


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