Buch der Stunde

Amerikaner und Europäer kommen sich a bissl näher


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016

Ihr Amerikaner seid komisch", bemerkt die Baronin Eugenia Münster gegenüber einem Verehrer. "Ihr fragt nie geradeheraus, offenbar gibt es vieles, worüber ihr nicht reden könnt." Der Culture-Clash zwischen Neuer und Alter Welt war das Leibund Magenthema des aus New York gebürtigen und nach zahlreichen Reisen schließlich dauerhaft nach Europa übersiedelten Henry James, dessen Todestag sich am 28. Februar zum 100. Mal jährt. Ein Jahr nach seinem Roman "Der Amerikaner", in dem ein Geschäftsmann daran scheitert, Zutritt zur mondänen Pariser Gesellschaft zu finden, hat James das nur halb so lange und generell leichtfüßigere Gegenstück "Die Europäer" (1878) verfasst.

Die eingangs zitierte Eugenia ist einem Adolf von Silberstadt-Schreckenstein in morganatischer Ehe angetraut, und das drohende Ende derselben ist Anlass für sie und ihren etwas jüngeren Bruder Felix, ihre Verwandten jenseits des großen Teiches zu besuchen - mit durchaus eindeutigen Absichten: "Ich rechne nicht damit,

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