Die Schatten von Köln

Ein Schladminger Asylwerber soll versucht haben, eine Schülerin zu umarmen und zu küssen. Der prominente Bürgermeister fordert die Abschiebung

Steiermark | Reportage: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 04/16 vom 27.01.2016


Bürgermeister Jürgen Winter (ÖVP; in einer Aufnahme aus 2013): „Wir fordern die Behörden auf, den Täter unverzüglich abzuschieben“ (Foto: J. J. Kucek)

Bürgermeister Jürgen Winter (ÖVP; in einer Aufnahme aus 2013): „Wir fordern die Behörden auf, den Täter unverzüglich abzuschieben“ (Foto: J. J. Kucek)

Schahed stiefelt in einem grünen Skianzug zur Tür herein. Helm, Skikarte, alles da. Die siebenjährige Syrerin fährt gern, dabei ist sie erst vor wenigen Wochen zum ersten Mal in ihrem Leben auf Skiern gestanden. Im August sind je drei syrische und afghanische Familien ins Appartementhaus Frauenschuh in Schladming eingezogen, einige Kinder können sich schon gut auf Deutsch unterhalten.

Das Flüchtlingsquartier von Sigrid Danklmaier gilt als Vorzeigeprojekt, es konnte sich schon bei Pro 7 und in der Puls-4-Sendung „Pro und Contra“ präsentieren. Vor zehn Tagen aber soll ein afghanischer Asylwerber – Familienvater, Mittfünfziger – in betrunkenem Zustand eine 18-Jährige belästigt haben. Bürgermeister Jürgen Winter (ÖVP), seit der Ski-WM 2013 auch überregional ein bekanntes Gesicht, forderte daraufhin dessen „Abschiebung“. Umgehend wurde die gesamte Familie in eine andere Gemeinde (der Redaktion bekannt) verlegt. Jetzt wird die Stimmung in der Tourismusstadt rauer: Seit den Massenübergriffen auf Frauen in Köln und anderen Städten stehen männliche Asylwerber noch genauer unter Beobachtung. Bei Vorfällen kommen sofort die Bilder aus Köln hoch. Was früher vielleicht gar nie bei der Polizeistation gelandet wäre, zieht nun rasche und deutliche Sanktionen nach sich.


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